5´-Fluorouracil-Toxizität (Dihydropyrimidin-Dehydrogenase-Mangel)
OMIM 274270
Biochemie / Klinik
Das Zytostatikum 5´-Fluorouracil (5-FU) wird bei vielen Malignomen wie Darm-, Brust- und Hauttumoren therapeutisch genutzt. Der Wirkstoff 5-FU wird anstelle von Uracil in RNA eingebaut und wirkt hemmend auf das Enzym Thymidilatsynthase (Block der Umwandlung von dUMP zu dem DNA-Baustein dTMP). Auf diese Weise erfolgt eine Hemmung des Zellwachstums insbesondere bei hoher Replikationsrate sich rasch teilender Zellen.
Bei 3-5% der Bevölkerung tritt eine Unverträglichkeit gegenüber 5-FU auf. Diese lässt sich auf einen partiellen oder vollständigen Mangel des Enzyms Dihydropyrimidin-Dehydrogenase (DPD) zurückführen, dem geschwindigkeits-bestimmenden Enzym beim Abbau von Uracil, Thymin und gleichfalls 5-FU.
Genetik
5-FU-Unverträglichkeit wird auf heterozygote oder (sehr selten) homozygote Mutationen im DPD-Gen, das in 1p22 lokalisiert ist, zurückgeführt. Die weitaus häufigste Mutation ist dabei die sogenannte „Exon-14-Skipping“-Mutation, die Splice-Mutation IVS14+1G>A, die zum Herausschneiden des Exon 14 und damit zu einem funktionell uneffektiven Protein führt.
Indikation
Geplanter therapeutischer Einsatz von 5-FU. Bei heterozygoten Patienten sollte die individuelle Pharmakokinetik ermittelt und u.U. eine reduzierte Dosis festgelegt werden. Bei Homozygoten sollten alternative Medikamente genutzt werden.
Molekulargenetische Diagnostik
Real-time-PCR zum Nachweis der Mutation IVS14+1G>A
Die Untersuchung ist bei der DACH nach DIN EN ISO 15189 und DIN EN ISO/IEC 17025 akkreditiert.
Material: 2 ml EDTA-Vollblut (kleines Röhrchen, originalverschlossen)
Kosten: Die Untersuchung unterliegt nicht der Budgetierung (Ausnahmeziffer 32010; Überweisungsschein 6)
Bearbeitungszeit: 3 Tage 
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