Aspergillus-Antigen-Bestimmung im Serum
--> unverzichtbarer Bestandteil in der Frühdiagnostik invasiver Aspergillosen bei Hochrisikopatienten
Erreger / Bedeutung
Aspergillus-Spezies sind Schimmelpilze, die ubiquitär vorkommen - auf abgestorbenen Blättern (Blumentöpfe!), sich zersetzenden Pflanzen, Komposthaufen, Heu, an feuchter Tapete und Pappe, in Bauschutt etc. Die Aufnahme von Aspergillus-Sporen - meist A. fumigatus, A. flavus oder A. niger - ist somit alltäglich und erfolgt durch Inhalation. Krankheitserscheinungen sind zwar selten, betreffen jedoch hauptsächlich Immunsupprimierte (Patienten mit HIV-Infektion, mit Malignomen, unter Steroid- / Zytostatika-Therapie). Da bei diesen Patienten eine invasive Aspergillose oft letal endet, sind die frühzeitige Diagnose und somit die schnellstmögliche Therapieeinleitung von entscheidender Bedeutung.
Epidemiologie
Die Aspergillose-Inzidenz kann in hochspezialisierten Abteilungen der Hämatoonkologie und der Transplantationmedizin bis zu 25% betragen. Die Letalität dieser invasiven Aspergillosen ist - trotz antimykotischer Therapien - sehr hoch. Neben der Schwere der Grunderkrankung, die immunsuppressiv behandelt wird, ist die Dauer der daraus resultierenden Neutropenie der wesentliche Risikofaktor, an invasiver Aspergillose zu erkranken.
Diagnosestrategie
Eine rechtzeitige und sichere Diagnose der invasiven Aspergillose gestaltet sich in der klinischen Praxis schwierig. Neben den Patientenrisikofaktoren ergibt sich die Indikation zu einer antimykotischen Therapie oftmals nur aus einer Kombination von unspezifischen klinischen Symptomen (Fieber, Husten, Dyspnoe, gelegentlich Hämoptoe), radiologischen Befunden und Laborbefunden.
Labor
Bei den infektionsserologischen Methoden spielt der Antikörpernachweis gegen Aspergillus bei Immunsupprimierten keine Rolle. Hingegen erfolgt der Aspergillus-Antigen-Nachweis unabhängig von der Immunitätslage des Patienten und kann schon vor dem Auftreten klinischer Symptome Hinweise auf eine invasive Aspergillose geben. Somit ist dieser Test für die Überwachung von Hochrisikopatienten unerläßlich!
Testdaten
Bezeichnung: Aspergillus-Antigen-Test
Methode: Enzymimmunoassay (EIA)
Material: Serum
Antigen: Aspergillus-Galaktomannan 
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