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 Brust- und Eierstockkrebs, familiärer

OMIM 114480

 

Klinik / Genetik

Brustkrebs ist mit ca. 40000 Neuerkrankungen pro Jahr die häufigste Tumorerkrankung bei Frauen in Deutschland. In ca. 10 % aller Fälle findet man eine positive Familienanamnese. Charakteristisch für das familiäre Auftreten im Unterschied zu sporadischen Fällen sind ein frühes Manifestationsalter (vor der Menopause), eine häufige Koinzidenz mit Ovarialkarzinom und bilaterale Mammakarzinome. Gehäuftes Auftreten anderer Tumorarten neben Brustkrebs in der Familie (v.a. Magen- und Prostatakarzinom) sowie der Nachweis von Brustkrebs bei männlichen Familienmitgliedern sind ein weiterer Hinweis auf Risikofamilien.

Die Tumorprädispositions-Gene BRCA1 auf dem Chromosom 17 und BRCA2 auf dem Chromosom 13 sind für etwa 70% der erblich bedingten Brustkrebserkrankungen verantwortlich.

Bisher sind mehr als 1000 Mutationen im BRCA1-Gen und mehr als 800 Mutationen im BRCA2-Gen beschrieben. Innerhalb der deutschen Population sind bislang keine „hot-spot“-Mutationen mit signifikant erhöhtem Vorkommen ermittelbar, so dass eine Komplettsequenzierung beider Gene die einzig sichere Methode zur Mutationsfindung ist.

Es konnte nachgewiesen werden, dass Patienten mit familiärem Brustkrebs, bei denen keine Mutation in einem der BRCA-Gene nachgewiesen wurde, häufig eine Mutation im Checkpoint-Kinase-2-(CHK2)-Gen tragen.

Das CHK2-Gen auf dem Chromosom 22 (22q12.1) kodiert für ein Protein, das an der Kontrolle des Zellzyklus am Ende der G2-Phase beteiligt ist und verhindert, dass Zellen mit geschädigter DNA in die Mitose-Phase eintreten. Die Checkpoint-Kinase-2 steht in enger Wechselwirkung mit p53 und BRCA1, die durch CHK2 phosphoryliert und aktiviert werden, um geschädigte DNA zellulären Reparaturprozessen oder die Zelle der Apoptose zuzuführen. Eine Mutation im CHK2-Gen hat die Inaktivierung dieses Kontrollmechanismus zur Folge.

 

Indikation

- familiäres Auftreten von Brust- oder Ovarialkarzinom

- ein männliches Familienmitglied mit Brustkrebs

- Analyse der genetischen Prädisposition bei gesunden Ratsuchenden aus Risikofamilien

 

Molekulargenetische Diagnostik

- DNA-Sequenzanalyse aller 22 kodierenden Exons des BRCA1-Gens und aller 26 kodierenden Exons des BRCA2-Gens mittels PCR / DNA-Sequenzierung bei der Erstuntersuchung in der Familie

- MLPA-Analyse in den BRCA-Genen zum Nachweis exonübergreifender Deletionen und Duplikationen

- ggf. Mutationsanalyse in den Exons 3, 4 und 11 des CHK2-Gens mittels PCR / DNA-Sequenzierung zum Nachweis der Mutationen Arg117Gly, Arg137Gln, 483_485delAGA und 1100delC

Die Untersuchung ist bei der DACH nach DIN EN ISO 15189 und DIN EN ISO/IEC 17025 akkreditiert.

 

Material: 2 ml EDTA-Vollblut

Kosten: Die Untersuchung unterliegt nicht der Budgetierung (Ausnahmeziffer 32010;  Überweisungsschein 6)

Bearbeitungszeit: Komplettsequenzierung: jeweils ca. 4 Wochen

Alle weiteren Analysen spezifischer Genabschnitte bei Familienangehörigen: ca. 1 Woche

 

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