Cowden-Syndrom / Bannayan-Zonana-Syndrom / PTEN-Gen
Cowden-Syndrom OMIM 158350
Bannayan-Zonana-Syndrom OMIM 153480
PTEN-Gen OMIM 601728
Klinik/ Genetik
Das Cowden-Syndrom ist durch Entwicklung multipler Hamartome in verschiedenen Organen charakterisiert und in der Mehrzahl der Fälle (70-85%) mit einer disseminierten gastrointestinalen Polypose sowie einem erhöhten Risiko für Mamma- und Schilddrüsenkarzinome assoziiert. Die Histopathologie der gastrointestinalen Polypen ähnelt der der juvenilen Polypen; eine eindeutige Differenzialdiagnose ist nur im Zusammenhang mit dem gesamten klinischen Bild möglich. Die Erkrankung folgt einem autosomal-dominanten Modus; PTEN-Keimbahnmutationen werden bei ca. 80% der Patienten gefunden.
Das Bannayan-Zonana-Syndrom (Bannayan-Riley-Ruvalcaba-Syndrom) ist ein seltenes Syndrom, das mit einer intestinalen Polypose vom hamartomatösen Typ und weiteren Komponenten wie Makrozephalie, mentaler Retardierung u.a. assoziiert ist. Die Erkrankung lässt sich in ca. 60% der Fälle gleichfalls auf Mutationen im PTEN-Gen zurückführen.
Ein hoher Prozentsatz sporadischer humaner Tumoren weist Mutationen in PTEN auf, u.a. bei Brust-, Gehirn- und Prostatakrebs. Bei hereditärem Brustkrebs sind PTEN-Mutationen seltener (ca. 1 auf 200). Das PTEN-Gen ist ein Tumorsuppressorgen und befindet sich auf Chromosom 10q23. Der Name lässt sich auf die Funktion des PTEN-Proteins als Protein-Tyrosinphosphatase und die Homologie zu dem Zytoskelettprotein Tensin zurückführen "phosphatase and tensin homolog deleted on chromosome ten". Aufgrund der parallelen Erstbeschreibung durch zwei verschiedene Arbeitsgruppen findet man synonym für PTEN die Bezeichnung MMAC1 ("mutated in multiple advanced cancers ").
Indikation
- Verdacht auf Cowden-Syndrom
- Verdacht auf Bannayan-Zonana-Syndrom
- Mutationsanalyse sporadischer Tumoren im Rahmen der Forschung
Molekulargenetische Diagnostik
- PCR in Kombination mit DNA-Sequenzierung der gesamten kodierenden Region (9 Exons) des PTEN-Gens
- MLPA-Analyse im PTEN-Gen zum Nachweis exonübergreifender Deletionen und Duplikationen
Material: 2 ml EDTA-Vollblut (kleines Röhrchen, originalverschlossen)
Kosten: Die Untersuchung unterliegt nicht der Budgetierung (Ausnahmeziffer 32010; Überweisungsschein 6)
Bearbeitungszeit: ca. 2 Wochen

|