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 Schwere Homocysteinämie durch Methylen-Tetrahydrofolat-Reduktase-(MTHFR)-Mangel

 

OMIM #236250

 

Die Homocysteinämie mit einem Mangel an (thermostabiler) MTHFR ist eine autosomal-rezessiv vererbte schwere Stoffwechselstörung, die sich häufig schon im frühen Kindesalter manifestiert. Die Erkrankung ist durch Linsenektopie, Mikrozephalie, neurologische Symptome (rezidivierende Apnoe-Episoden, zerebrale Krampfanfälle), Oligophrenie, Skelettfehlbildungen und gehäufte thromboembolische Ereignisse charakterisiert.

Homocystein ist Substrat für die Synthese der Aminosäure Methionin. Das Enzym MTHFR hat unmittelbaren Einfluss auf den Methioninspiegel, indem es die Umwandlung von 5,10-Methylen-Tetrahydrofolat in 5-Methyl-Tetrahydrofolat katalysiert und somit die Bereitstellung der Methylgruppe für die Remethylierung von Homocystein zu Methionin bewirkt. Eine Funktionsstörung des Enzyms verursacht eine Akkumulation von Homocystein im Organismus.

Das MTHFR-Gen ist auf dem Chromosom 1 (1p36.3) lokalisiert und enthält 11 Exons. Gegenwärtig sind mehr als 40 Mutationen beschrieben, die mit einer MTHFR-Defizienz assoziiert sind.

 

Indikation

Verdacht auf schwere Homocysteinämie (Gesamthomocystein im Serum/ Plasma > 100µmol/l)

Die Homocysteinkonzentration ist bei chronischer Niereninsuffizienz erhöht und korreliert mit der Kreatininkonzentration, daher muss die Homocysteinkonzentration unter Einbeziehung der Kreatininkonzentration  bzw. -Clearance beurteilt werden

 

Methodik

Mutationsanalyse im gesamten kodierenden Bereich des MTHFR-Gens mittels PCR und DNA-Sequenzierung aller 11 Exons

 

Hinweis

Unabhängig von der Komplettsequenzierung des MTHFR-Gens bei schwerer Homocysteinämie führen wir weiterhin einen Lightcycler-Schnelltest auf Vorliegen der beiden häufigen Genvarianten c.677C>T und c.1298A>C durch

 

Material                                 

ca. 2 ml EDTA-Vollblut, originalverschlossen (Postversand möglich)

                                                        

Die Untersuchung unterliegt nicht der Budgetierung (Ausnahmekennziffer 32010, Überweisungsschein Nr. 6)

                       

Literatur

Tonetti et al. 2003, European Journal of Pediatrics 162:466-475

Sibani et al. 2000, Human Mutation 15:280-287

Goyette et al. 1998, Mammalian Genome 9 :652-656


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