MODY (Maturity-onset Diabetes of the Young)
OMIM 606391
Klinik / Genetik
Das klinische Bild eines "Altersdiabetes" bei Jugendlichen lässt sich in vielen Fällen auf eine Form des MODY zurückführen; insgesamt sind ca. 1,5-5% aller Patienten mit Diabetes mellitus betroffen. Die differentialdiagnostische Unterscheidung vom Typ-2-Diabetes ist von besonderer Bedeutung, da sich nicht nur Prognose und Therapie des MODY von der des Typ-2-Diabetes unterscheiden können, sondern die jeweiligen MODY-Formen verschiedene Behandlungsstrategien erfordern.
Charakteristisch für alle MODY-Formen ist neben der frühen Manifestation die autosomal dominante Vererbung. In Abgrenzung zum Typ-1-Diabetes, der häufigsten Form des Diabetes bei Kindern und Jugendlichen, beginnt MODY schleichend, weist anfangs eine vergleichsweise milde Hyperglykämie auf, neigt nicht zur Ketoazidose und besitzt keine Autoimmunkomponenten.
Mutationen in sechs verschiedenen Genen verursachen jeweils klinisch unterschiedliche Krankheitsbilder (MODY I bis VI), weitere Genorte werden vermutet. Fünf der bekannten Gene kodieren Transkriptionsfaktoren ("hepatic nuclear factor" - HNF), ein weiteres kodiert das Enzym Glucokinase, einen intrazellulären Glucose-"Sensor" im endokrinen Pankreas. Die mit ca. 70 - 80 % weitaus häufigsten Formen in Europa sind MODY II und MODY III. Patienten mit MODY II, der durch Mutationen im Glucokinase-Gen verursacht wird, entwickeln infolge verminderter Sensitivität der Beta-Zellen gegenüber Glucose eine milde und über Jahre stabile Hyperglykämie. Eine Progression zu höheren Glucosekonzentrationen mit einer hochgradig eingeschränkten Insulinsekretion wird nicht beobachtet, daher ist mit Spätkomplikationen sehr selten zu rechnen. MODY III beruht auf Mutationen im HNF1-alpha-Gen, dessen Genprodukt u.a. in den Beta-Zellen die gewebsspezifische Expression des Proinsulins reguliert. Pathophysiologisch liegt eine deutlich verminderte Insulinproduktion vor, die im Krankheitsverlauf noch weiter abnimmt. Die Hyperglykämie kann sehr ausgeprägt sein. Mikro- und makrovaskuläre Spätkomplikationen treten bei MODY III genauso häufig auf wie beim Typ-2-Diabetes.
Indikation Differentialdiagnose Typ-1-/-2-Diabetes mellitus und MODY An einen MODY sollte gedacht werden, wenn - eine autosomal-dominante Vererbung vorliegt - keine Antikörper nachweisbar sind - das Manifestationsalter in der frühen Adoleszenz liegt
Molekulargenetische Diagnostik - Mutationsanalyse im Glucokinase- und/oder HNF1-alpha-Gen mittels PCR / DNA-Sequenzierung
- MLPA-Analyse zum Nachweis exonübergreifender Deletionen und Duplikationen
Die Untersuchung ist bei der DACH nach DIN EN ISO 15189 und DIN EN ISO/IEC 17025 akkreditiert
Material: 2 ml EDTA-Vollblut (kleines Röhrchen, originalverschlossen)
Kosten: Die Untersuchung unterliegt nicht der Budgetierung (Ausnahmekennziffer 32010, Überweisungsschein 6)
Bearbeitungszeit: ca. 4 Wochen 
|