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Mangelerscheinungen bei weiblichem und männlichem Geschlechtshormon
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 Erfassung von Mangelerscheinungen bei weiblichem und männlichem Geschlechtshormon

Es ist jetzt möglich, in einem Routinelabor erniedrigte Spiegel von weiblichem Geschlechtshormon (Östradiol) und von männlichem Geschlechtshormon (Testosteron) zuverlässig zu messen. Früher war dieses nur Forschungslaboratorien vorbehalten.

Weibliches Hormon (Östradiol)

Es konnte nach Vergleichsmessungen mit verschiedenen Analysegeräten festgestellt werden, dass Östradiolspiegel bei Frauen in den Wechseljahren zwischen 0,05 und 0,3 nmol/l lagen.

Eine exakte Messung ist entscheidend, da es unter einem Östradiolspiegel von etwa 0,13 nmol/l häufig zu gesteigertem Knochenabbau kommt und bei Spiegeln unter 0,05 nmol/l ein stark gesteigerter Knochenabbau meistens schon vorliegt. In eigenen Untersuchungen fanden wir bei Frauen mit Östradiolspiegeln unter 0,1 ng/l, noch stärker unter 0,07 nmol/l, zum Teil hohe Knochenabbauraten. Diese waren besonders hoch, wenn gleichzeitig die Versorgung mit Vitamin D schlecht war (bei 25-OH-Vitamin-D-Spiegeln unter 25 µg/l).

Männliches Hormon (Testosteron)

Bei Männern ist die Messung von Testosteron im Serum nicht schwierig, der Normbe-reich liegt zwischen 9,9 und 27,0 nmol/l. Bei Frauen konnte das Testosteron im Serum bisher im Routinelabor nur mit unbefriedigender Empfindlichkeit gemessen werden. Wir haben als Normalbereich bis zum Jahre 2005 0,22-2,9 nmol/l angegeben. Der Eierstock produziert vor und nach den Wechseljahren in etwa die gleiche Menge an Testosteron.

Derzeit gibt es ein Analysegerät, dass es ermöglicht, auch Testosteronspiegel unter-halb von 0,2 nmol/l zu messen. Erniedrigte Testosteronspiegel sind damit erstmals in einem Routinelabor sicher erfassbar.

Es ist in manchen Fällen wichtig zu wissen, ob das Testosteron bei einer Frau erniedrigt ist, z.B. werden nach Entfernung der Eierstöcke erniedrigte Werte festgestellt. Ein normaler Spiegel an Testosteron ist für die Frau für den Erhalt der Muskel- und Knochenmasse und zur Vermeidung von Depressionen und Antriebsarmut von Bedeutung. Auch hat Testosteron am Knochen aufbauende Effekte.

Durch Messung von Testosteron und Sexualhormon bindendem Eiweiß kann man den freien Androgenindex ausrechnen. Diese Bestimmung ist zuverlässiger als die des freien Testosterons. Wenn Sie weibliche Hormone (Östrogene) einnehmen, steigt dieses Eiweiß und der Androgenindex sinkt oft stark ab! Daher können die oben beschriebenen Nebenwirkungen (Verlust an Muskelmasse u.s.w.) auftreten.

Vorsorge: (z.B. IGeL-Leistung):

2 Jahre nach der letzten Regelblutung diese Parameter messen, um Mangelzustände rechtzeitig zu erkennen.

Material:

Es wird Ihnen ein Röhrchen Blut entnommen.

 


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