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 Morbus Meulengracht (Gilbert-Syndrom)

OMIM 143500

 

Klinik / Genetik

Die Meulengracht-Krankheit führt zu chronischen unkonjugierten, nicht-hämolytischen Hyperbilirubinämien mit geringgradigem Ikterus. Die Gesamtbilirubinkonzentration übersteigt selten 60 µmol/l, die übrigen Laborwerte sind im Normalbereich. Der Krankheitswert steigt deutlich in Kombination mit hämolytischen Syndromen wie der Beta-Thalassämie, wobei die Bilirubinkonzentration in diesen Fällen disproportional erhöht vorliegt.

Der Erbgang ist autosomal rezessiv. Die Häufigkeit homozygoter Genträger liegt in unserer Bevölkerung bei ca. 10-20%, die Prävalenz des Morbus Meulengracht ist etwas niedriger, was auf eine vermindere Penetranz schließen läßt.

Pathogenetisch liegt dem Morbus Meulengracht ein Defekt in der Kopplung von Bilirubin an Glucuronsäure zugrunde, der auf Veränderungen in der Bilirubin-UDP-Glucuronyltransferase UGT1A1 zurückzuführen ist. In der sog. TATA-Box, einem Regulationselement der Promotor-Region des Gens, befinden sich im Normalzustand 6 Wiederholungen der Basen Thymin und Adenin (TA-6/6). Die heterozygote Insertion eines weiteren Dinukleotids (TA-6/7) korreliert mit einer geringfügigen Bilirubinerhöhung. Die homozygote Insertion (TA-7/7) ist mit einer bis zu 70%igen Störung der Synthese der UGT1A1 verbunden und mit dem Gilbert-Syndrom assoziiert.

 

Indikation

Nichthämolytische unkonjugierte Hyperbilirubinämie unklarer Genese

 

Molekulargenetische Diagnostik
Nachweis des TA-Repeats in der Promotorregion des UGT1A1-Gens mittels PCR / DNA-Sequenzierung

Die Untersuchung ist bei der DACH nach DIN EN ISO 15189 und DIN EN ISO/IEC 17025 akkreditiert

 

Material: 2 ml EDTA-Vollblut (kleines Röhrchen, originalverschlossen)

Kosten: Die Untersuchung unterliegt nicht der Budgetierung (Ausnahmekennziffer 32010, Überweisungsschein 6)

Bearbeitungszeit:  ca. 1 Woche

 


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