Muskeldystrophie Duchenne, DMD / Muskeldystrophie Becker-Kiener, BMD
Muskeldystrophie Duchenne, DMD OMIM 310200
Muskeldystrophie Becker-Kiener, BMD OMIM 300376
Klinik
Die Muskeldystrophie Duchenne ist mit einer Inzidenz von weltweit 1 auf 4000 männliche Neugeborene die häufigste genetisch bedingte Muskelerkrankung bei Knaben und Männern. Es handelt sich um eine progrediente Muskelerkrankung, die im Alter von 2-4 Jahren diagnostiziert wird, zu Kontrakturen und Skoliose führt und im Alter von 10-12 Jahren die Gehfähigkeit nimmt. Fast alle Betroffenen zeigen eine Myocardbeteiligung und respiratorische Insuffizienz. Die Creatinkinase-Werte sind ab der Geburt stark erhöht. Die Erkrankung verläuft häufig vor dem 30. Lebensjahr letal.
Die 10mal seltenere Muskeldystrophie vom Typ Becker-Kiener kann als abgemilderte Phänokopie der DMD betrachtet werden. Sie beginnt später, verläuft langsamer und zeigt eine nur mäßige Reduktion der Dystrophinexpression. Die Prognose wird oft vom Grad der Herzbeteiligung bestimmt.
Genetik
Die Muskeldystrophien vom Typ Duchenne oder Becker werden X-chromosomal rezessiv vererbt. Etwa 60% der Patienten mit DMD und BMD weisen Deletionen eines oder mehrerer Exons im Dystrophin-Gen auf, das auf dem langen Arm des X-Chromosoms in der Region Xp21.2 lokalisiert ist. Weitere maximal 10% aller Patienten tragen Duplikationen eines oder mehrerer Exons; alle weiteren Fälle lassen sich auf kleinere Mutationen im kodierenden Genbereich oder den flankierenden Spleiss-Stellen im Dystrophin-Gen zurückführen. Etwa ein Drittel dieser Fälle sind Neumutationen.
Indikation
- Muskelschwäche
- Diagnosestellung bei stark erhöhten CK-Werten
- Differenzialdiagnostik bei Verdacht auf DMD/BMD
Molekulargenetische Diagnostik
- MLPA-Analyse im Dystrophin-Gen zum Nachweis exonübergreifender Deletionen und Duplikationen
- Amplifikation des Promotors/Exon 1 des Dystrophin-Gens mittels PCR nach Chamberlain und Beggs (www.dmd.nl).
Die Untersuchung ist bei der DACH nach DIN EN ISO 15189 und DIN EN ISO/IEC 17025 akkreditiert
Material: 2 ml EDTA-Vollblut (kleines Röhrchen, originalverschlossen)
Kosten: Die Untersuchung unterliegt nicht der Budgetierung (Ausnahmeziffer 32010; Überweisungsschein 6)
Bearbeitungszeit: ca. 2 Wochen 
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