Noonan-Syndrom
OMIM 163950
Klinik
Die Symptomatik beinhaltet Pterygium colli, Minderwuchs, Anomalien des Sternums und angeborene Herzfehler, meist Pulmonalklappenstenose und hypertrophische Kardiomyopathie. Weitere Symptome sind u. a. Gesichtsdysplasien und zerebro-vaskuläre Anomalien.
Die Inzidenz beträgt ca. 1:1000 bis 1: 2500, das Krankheitsbild entspricht in ca. einem Fünftel der Fälle weitgehend dem des Ullrich-Turner-Syndroms, jedoch sind gleichfalls Knaben betroffen und Geschwisterschaften sowie Sippen mit Merkmalsträgern in aufeinanderfolgenden Generationen beschrieben.
Genetik
Autosomal-dominanter Erbgang heterogenen Ursprungs. Etwa 50% der Fälle lassen sich auf Missense-Mutationen im PTPN11-Gen (OMIM 176876), dem Gen für die Protein-Tyrosinphosphatase SHP-2, zurückführen. Das Gen besitzt 15 Exons und ist auf dem Chromosom 12 in der Region q24.1 lokalisiert. Die Mutationen finden sich als Cluster in den Amino- und Phosphotyrosin-Phosphatase-Domänen.
Bei ca. 17-22% aller Noonan-Patienten, die keine Mutation im PTPN11-Gen tragen, wurden Mutationen im SOS1-Gen ("Son Of Sevenless, Drosophila Homolog 1"; OMIM 182530) auf Chromosom 2p22-p21 nachgewiesen (Roberts et al. 2007, Nat Genet 39:70-74; Tartaglia et al. 2007, Nat Genet 39: 75-79). Das SOS1-Gen besteht aus 23 kodierenden Exons. Der größte Teil der bisher bei Noonan-Patienten beschriebenen SOS1-Mutationen sind Missense-Mutationen, die im Sinne eines "gain-of-function" wirksam werden.
Weitere 5-10% der Noonan-Patienten weisen Mutationen im KRAS2-Gen (OMIM 190070) auf.
Indikation
- Klinischer Verdacht auf Noonan-Syndrom
- Differentialdiagnostische Abgrenzung zum Ullrich-Turner-Syndrom
Molekulargenetische Diagnostik
- Mutationsanalyse im PTPN11-Gen mittels PCR / DNA-Sequenzierung der 15 kodierenden Exons
- ggf. Mutationsanalyse in allen 23 Exons des SOS1-Gens mittels PCR / DNA-Sequenzierung
- ggf. Mutationsanalyse in den 5 kodierenden Exons des KRAS-Gens mittels PCR / DNA-Sequenzierung
Die Untersuchung des PTPN11-Gens ist bei der DACH nach DIN EN ISO 15189 und DIN EN ISO/IEC 17025 akkreditiert
Material: 2 ml EDTA-Vollblut (kleines Röhrchen, originalverschlossen)
Kosten: Die Untersuchung unterliegt nicht der Budgetierung (Ausnahmeziffer 32010; Überweisungsschein 6)
Bearbeitungszeit: ca. 3 Wochen 
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