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Procalcitonin (PCT)
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 Procalcitonin (PCT)

--> ein Entzündungsmarker bei schweren bakteriellen und parasitären Infektionen

PCT (Procalcitonin), die inaktive Vorstufe des Hormons Calcitonin, wurde 1992 als neuer und innovativer Infektionsparameter entdeckt. PCT läßt sich beim Gesunden nicht nachweisen, tritt jedoch in sehr hohen Konzentrationen bei systemischen (nicht lokalen!) und septisch verlaufenden Infektionen durch Bakterien, Pilze oder Parasiten sowie beim Versagen mehrerer Organe (z.B. Leber- und Niereninsuffizienz) im Plasma auf.

Die diagnostische Wertigkeit von PCT liegt im Vergleich zu den etablierten Entzündungsparametern somit insbesondere in der Einschätzung, der Verlaufsbeurteilung und der prognostischen Bewertung schwerer Infektionen und Sepsis. Im Gegensatz zu CRP, dem bekanntesten Marker für Entzündungsaktivität, das nach erfolgreicher Behandlung einer Infektion noch tagelang pathologische Spiegel aufweist, fällt PCT nach Überwindung der Infektion rasch auf Normalwerte, d.h. unter die Nachweisgrenze ab.

PCT reagiert nur bei einer systemischen Reaktion des Organismus auf die Infektion. Bakterielle Besiedlung, gekapselte Abszesse oder lokal begrenzte Infektionen induzieren daher kein oder nur gering PCT.

PCT wird nicht oder nur leicht bei viralen Erkrankungen, Autoimmunerkrankungen, Malignomen oder durch das operative Trauma induziert.

PCT eignet sich zur Früherkennung infektiöser Komplikationen bei:

- Chirurgischen Patienten

- Patienten auf Intensivstationen

- Transplantationspatienten

- Immunsupprimierten Patienten

- Patienten mit Neutropenie, z.B.unter Chemotherapie

- Patienten mit venösem Port, Verweilkanülen oder venösem Dauerkatheter

- Patienten mit septischem Krankheitsbild unklarer Genese

 

PCT ist ein aussagekräftiger Parameter zur Diagnose,Verlaufsbeobachtung und Therapiekontrolle bei:

- Patienten mit schweren bakteriellen und parasitären Infektionen

- Septischen Patienten und Sepsis-Risikopatienten.

 

PCT eignet sich zur Differentialdiagnose von:

- Infektiösen vs. nichtinfektiösen Krankheitsätiologien (z.B. ARDS, biliäre akute Pancreatitis)

- Bakteriellen vs. viralen Infektionen (z.B. akute Meningitis, Neugeborenen-Sepsis)

- Akuten bakteriellen Infektionen vs. chronischen Entzündungsreaktionen (z.B. Autoimmunerkrankungen)

- Transplantat-Abstoßungsreaktion vs. bakteriellen und mykotischen Infektionskomplikationen

 

Referenzwerte:

Normalpersonen: < 0,5 ng/ml

Chronische entzündliche Prozesse: < 0,5 ng/ml

Autoimmunerkrankungen: < 0,5 ng/ml

Virale Infektionen: < 0,5 ng/ml

Leichte bis mittelschwere bakterielle Lokalinfektion: < 0,5 ng/ml

SIRS, Polytrauma, Verbrennungen 0,5 – 2,0 ng/ml

Schwere bakterielle Infektionen, Sepsis, > 2,0 ng/ml

Multiorganversagen (häufig 10 – 100)

 

Material :  Serum

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