Protein-S-Mangel, hereditärer
OMIM 176880
Klinik / Genetik
Protein S ist ein Inhibitor der plasmatischen Blutgerinnung. Es bildet als Kofaktor einen Komplex mit dem aktivierten Protein C (Ca) und erhöht dadurch seine Affinität für Phospholipidmembranen. Der Protein-Ca/Protein-S-Komplex spaltet die Faktoren Va und VIIIa der Blutgerinnungskaskade und wirkt somit durch die Aktivierung der Thrombolyse antithrombotisch.
Bei dem kongenitalen Protein-S-Mangel handelt es sich in Analogie zum Protein-C-Mangel um eine autosomal-dominant erbliche Erkrankung, die mit einem deutlich erhöhten Thromboserisiko verbunden ist.
Wesentlichste Ursachen des Protein-S-Mangels sind Mutationen im Protein-S-alpha-Gen (PROS1-Gen). Bislang sind mehr als 100 verschiedene Mutationen im PROS1-Gen beschrieben, die mit einem Protein-S-Mangel assoziiert sind.
Indikation
- rezidivierende Thromboembolien und tiefe Venenthrombosen unklarer Ätiologie, besonders bei jüngeren Personen und bei positiver Familienanamnese
- differentialdiagnostische Abklärung einer Störung im Gerinnungssystem
Molekulargenetische Diagnostik
- Mutationsanalyse des PROS1-Gens mittels PCR und DNA-Sequenzierung aller 15 Exons des Gens
- MLPA-Analyse im PROS1-Gen zum Nachweis exonübergreifender Deletionen und Duplikationen
Die Untersuchung ist bei der DACH nach DIN EN ISO 15189 und DIN EN ISO/IEC 17025 akkreditiert
Material: 2 ml EDTA-Vollblut (kleines Röhrchen, originalverschlossen)
Kosten: Die Untersuchung unterliegt nicht der Budgetierung (Ausnahmeziffer 32010; Überweisungsschein 6)
Bearbeitungszeit: ca. 3 Wochen 
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