Saethre-Chotzen-Syndrom - Akrozephalosyndaktylie-Syndrom Typ III
OMIM 101400
Klinik
Das Saethre-Chotzen-Syndrom beinhaltet Brachyzephalie, maxillare Hypoplasie, gering- bis mäßiggradige Syndaktylien an Händen und Füßen und weiteren fakultativen Fehlbildungen. Selten wird eine geistige Minderentwicklung beobachtet, häufig eine Hörstörung leichteren Grades und Minderwuchs. Die Inzidenz beträgt ca. 1:30000.
Genetik
Es handelt sich um ein autosomal-dominantes Syndrom mit variabler Expressivität und meist vollständiger, gelegentlich inkompletter Penetranz. Die meisten Fälle treten jedoch sporadisch auf.
Die Erkrankung lässt sich zu 70% auf Mutationen im TWIST-Gen (OMIM 601622) auf 7p21 zurückführen, das für einen Transkriptionsfaktor mit einer DNA-Bindungsdomäne mit sogenannter Helix-Loop-Helix-Struktur kodiert. Alle bisher nachgewiesenen krankheitsverursachenden Mutationen befinden sich in dem einzigen kodierenden Exon, ein zweites nicht-translatiertes Exon scheint für die Erkrankung nicht relevant zu sein.
Ein weiterer Genort, der mit dem Auftreten des Saethre-Chotzen-Syndroms assoziiert ist, ist das Fibroblastenwachstumsfaktor-Rezeptor-3-Gen (Fibroblast growth factor receptor 3, FGFR 3) auf 4p16.3 (OMIM 134934.0014). Im FGFR-3-Gen wird eine einzige Mutation, P250R, bei Saethre-Chotzen-Patienten gefunden. Deren klinisches Bild zeigt keine wesentliche Abweichung zur Klinik von Patienten mit einer Mutation im TWIST-Gen.
Indikation
- Verdacht auf Saethre-Chotzen-Syndrom
- Differentialdiagnostische Abgrenzung zu anderen Akrozephalosyndaktylie-Syndromen
Molekulargenetische Diagnostik
- Mutationsanalyse des TWIST-Gens mittels PCR / DNA-Sequenzierung
- MLPA-Analyse zum Nachweis exonübergreifender Deletionen und Duplikationen
- Nachweis der Mutation P250R im FGFR-3-Gen mittels PCR / DNA-Sequenzierung
Die Untersuchung ist bei der DACH nach DIN EN ISO 15189 und DIN EN ISO/IEC 17025 akkreditiert
Material: 2 ml EDTA-Vollblut (kleines Röhrchen, originalverschlossen)
Kosten: Die Untersuchung unterliegt nicht der Budgetierung (Ausnahmeziffer 32010; Überweisungsschein 6)
Bearbeitungszeit: ca. 2 Wochen 
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