Selen in der Krebsvorsorge
In den Jahren von 1980 bis etwa 2000 wurde in großen Untersuchungen mit mehr als 10.000 Personen festgestellt, dass ein niedriger Selenspiegel im Blut mit einem erhöhten Risiko für verschiedene Krebsarten einherging.
Selen ist Bestandteil in mehreren wichtigen Enzymen, ohne Selen können diese nicht richtig arbeiten. Betroffen sind Enzyme im Entgiftungsbereich (oxidativer Stress und Entzündung) und auch solche, die es mit der Zellteilung zu tun haben.
Studienergebnisse
In einer Untersuchung an 1312 Personen wurde getestet, ob sich durch Selen-einnahme das Risiko für das Auftreten von Krebs verringern lässt. Die Hälfte der Studienteilnehmer erhielt Selen als Medikament, die andere Hälfte einen völlig unwirksamen Stoff, damit der Effekt der Seleneinnahme bewiesen werden konnte.
Insgesamt gab es 63% weniger Prostatakrebserkrankungen, 58% weniger Darmkrebs- und 46% weniger Lungenkrebsfälle in der Gruppe der Teilnehmer, die Selen bekommen haben.
In einer anderen Studie wurde gefunden, dass Patienten mit einem sehr niedrigen Selenspiegel ein etwa 4,5fach erhöhtes Risiko für Prostatakrebs in den folgenden Jahren aufweisen.
Deshalb unsere Empfehlungen:
Wir empfehlen deshalb, ab dem 20. Lebensjahr alle 10 Jahre den Selen-Spiegel bestimmen zu lassen. Bei Werten unter 108 µg/l sollte eine zusätzliche Selenzufuhr vorgenommen werden, z.B. 50 100µg pro Tag. Zum Teil ist Selen in Multivitamin-plus-Spurenelement-Präparaten enthalten (meistens 20 25µg). Es sollte dann 6 Monate nach Beginn der Einnahme eine weitere Kontrolle erfolgen, um eventuelle Dosisanpassungen vorzunehmen.
Selenspiegel im Alter
Wichtig erscheint uns die Beobachtung, dass der Selenspiegel mit dem Alter absinkt. Deshalb ist die Zufuhr für ältere Personen von großer Bedeutung. Bei Personen im Alter ab 50 Jahren empfehlen wir daher, die Selenspiegel alle 5 Jahre bestimmen zu lassen.
Für alle Altersklassen gilt:
Spiegel unter 108 µg/l sollten vermieden werden!

|