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Procalcitonin (PCT)
Sepsis-Früherkennung


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 Diagnostik zur Früherkennung sepsisgefährdeter Patienten

Die Inzidenz der Sepsis wird in Deutschland auf 150 bis 300 Fälle / 100.000 Einwohner / Jahr geschätzt. Sie liegt damit gleich oder gar höher als die anderer, in der Öffentlichtkeit viel stärker wahrgenommener Erkrankungen wie Mamma-Ca (112 / 100.000 E. / Jahr) , Rektum- bzw. Kolon-Ca (48 / 100.000 E. / Jahr) oder Herzinsuffizienz (196 / 100.000 E. / Jahr).

Neben der enormen medizinischen Bedeutung auf Grund der hohen Letalitätsrate bei Sepsispatienten sind gravierende ökonomische Faktoren zu beachten. Schätzungen gehen von 44.000 bis 95.000 Fällen / Jahr an schwerer Sepsis in Deutschland aus, wobei die durchschnittlichen Kosten / Fall auf ca. 23.000 € beziffert werden. Damit entstehen pro Jahr 1 bis 2 Milliarden (!) € Behandlungskosten, welche allein ca. 20 bis 40 % der Gesamtkosten der Intensivmedizin ausmachen.

Die Diagnose einer Sepsis ist oftmals schwierig, aber gerade das frühzeitige Erkennen der Sepsisgefahr ist für die Prognose entscheidend.

Wir haben unser Programm erweitert und möchten Sie auf die Parameter Procalcitonin (PCT), Interleukin-6 (IL-6) und Lipopolysaccharid bindendes Protein (LBP) nochmals hinsweisen.

Die Kombination dieser Laborparameter ermöglicht das frühzeitige Erkennen einer Entzündungsreaktion, das Abschätzen ihres Ausmaßes (lokal oder systemisch) sowie den Rückschluß auf ihre Genese.

IL-6 - Induktion der Synthese der Akuten-Phase-Proteine in der Leber;

Vorteil: bis zu 48 h früherer Anstieg als CRP, schnelle Dynamik; gilt als Frühmarker der Entzündung, Höhe des initialen IL-6 Spiegels gilt auch als Überlebensmarker bei Sepsispatienten

LBP - als Akute-Phase-Protein bindet LBP bei Infektionen die Lipopolysaccharide (Endotoxine) der Bakterien-Zellwand; nach neuesten Studien ebenfalls bei Pilzinfektionen erhöht (1).

Die Höhe des LBP-Spiegels korreliert mit dem Abtransport von LPS (Lipopolysaccharide aus Bakterienzellwänden) und damit mit dem Maß der Infektion  (2). Ebenfalls scheint die LBP-Bestimmung bei Patienten mit Fieber nach Chemoptherapie zur groben Differenzierung zwischen fever of unknown origin (fuo) bzw. grampositiver und gramnegativer Sepsis zu sein (hoher Wert bei gramnegativer Sepsis im initialen Fieberschub) (3).

LBP als initialer Marker für Sepsis bei Säuglingen (jünger als 48 h) ist besser als IL-6 und PCT, bei Säuglingen älter als 48h ist es gleichwertig mit der PCT-Bestimmung (4).

PCT - Rolle des PCT noch unterschiedlich diskutiert; im strengen Sinne kein spezifischer „Sepsismarker“, sondern korreliert mit der Schwere der Erkrankung und gibt Hinweise auf eine Organdysfunktion. Bei Säuglingen älter als 48h sind PCT und LBP die zu bevorzugenden Sepsismarker (4).

Die Bestimmung dieser Parameter erfolgt einmal pro Arbeitstag aus Serum.

Literatur

1. Blairon L et al., JID 2003:187, 287-291

2. Zweigner J et al., Blood 2001:98, 3800-3808

3. Oude Nijhuis CSM et al., Intensive Care Medicine 2003:29, 2157-2161

4. Pavnik-Arnol M et al., Intensive Care Medicine 2004:30, 1454-1460

 

Für eventuelle Rückfragen stehen wir Ihnen unter 0341 – 6565 723 gern zur Verfügung.

 

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