Diagnostik von neurologischen Erkrankungen

Basis- und Spezialanalytik für Diagnose und Therapie

Moderne neurologische Diagnostik umfasst das Zusammenspiel von Anamnese, klinischen Untersuchungen und Labordiagnostik. Vor allem vor dem Hintergrund der Breite an möglichen Differenzialdiagnosen ist die Labordiagnostik aus dem klinischen Alltag nicht wegzudenken.

Dabei gilt ein Augenmerk der Serumdiagnostik, um beispielsweise Entzündungen, Vitaminmangel auszuschließen. Darüber hinaus bietet die Liquordiagnostik die Möglichkeit einer erweiterten Abklärung hinsichtlich infektiöser, entzündlicher, autoimmuner oder neurodegenerativer Erkrankungen.

Schwerpunkte der Liquor-Diagnostik

  • Umfassende Analytik von Proteinen und weiteren Analyten aus Serum und Liquor
  • Labordiagnostische Analyse der Blut-Liquor-Schrankenfunktion sowie der intrathekalen Immunglobulinsynthese
  • Direkter und indirekter Nachweis von Infektionen des ZNS
  • Nachweis von Autoantikörpern zur Diagnose von autoimmunen und paraneoplastischen ZNS-Syndromen, beispielsweise limbische Enzephalitiden, Stiff-Man-Syndrom, Myasthenia gravis, Lambert-Eaton-Syndrom, Polyneuropathien oder Guillain-Barré-Syndrom
  • Nachweis von Markern für neurodegenerative Erkrankungen zur Diagnose von Alzheimer-Demenz oder Creutzfeldt-Jakob-Erkrankung


Liquor-Basisdiagnostik

Sofortprogramm im Liquor:

  • Zellzahl
  • Gesamtprotein
  • Lactat

Grundprogramm:

  • REIBER-Diagnostik mit Liquor-Serum-Quotient von Albumin und Immunglobulinkonzentrationen (IgG, IgA, IgM).
  • Der Nachweis oligoklonaler Banden mittels isoelektrischer Fokussierung (IEF) ist positiv bei intrathekaler IgG-Synthese. Diese Methode ist sensitiver als die Auswertung des REIBER-Quotientendiagramms.
  • Liquorzytologie


Liquor-Spezialdiagnostik

Entzündungsdiagnostik:

Entzündliche demyelinisierende Erkrankungen (z. B. Multiple Sklerose):

  • Erregerspezifische Antikörper (Masern, Röteln, VZV) Idiopathische Polyneuritis (Guillain-Barre-Syndrom):
  • Ggf. erregerspezifische Antikörper

Meningoenzephalitis (bakteriell, viral):

  • Erregerspezifische Antigene
  • Erregerspezifische Antikörper (HSV, EBV, CMV, Mumps-Viren, Influenza-Viren A/B, HIV, Borrelien, Treponema pallidum, Toxoplasma gondii, Candida)
  • Glucose in Liquor und Serum (im Besonderen bei V. a. tuberkulöse Meningitis)

Diagnostik dementieller Prozesse und ZNS-spezifischer Destruktion:

  • Tau-und Phospho-Tau-Protein
  • ß-Amyloid-42/40-Ratio
  • 14-3-3 Protein wird nur bei Verdacht auf Creutzfeldt-Jakob-Erkrankungen empfohlen
  • Neuronenspezifische Enolase (NSE)

Tumordiagnostik

  • Es erfolgt eine besondere Berücksichtigung der Liquorzytologie. Marker: Neuronenspezifische Enolase (NSE)
  • CEA
  • ß-2-Mikroglobulin

Diagnostik von Blutungen

Eine klinische Relevanz besteht bei CT-negativer Subarachnoidalblutung.

  • Ferritin
  • Liquorzytologie

Nachweis von Liquor in Sekreten

  • ß-Trace-Protein, dessen Serumkonzentration 32-fach geringer ist als im Liquor (Tumani et al. 1998), ggf. ist Parallelbestimmung im Serum erforderlich

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Ansprechpartner

Dr. med Jana Schuster Fachärztin für Laboratoriumsmedizin Ärztliche Leiterin j.schuster@labor-leipzig.de