Zur Beurteilung des kardiovaskulären Risikos ist zu nächst ein Standard-Lipidprofil (Nüchternabnahme) zu bestimmen. Dieses umfasst aktuell laut Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) Gesamtcholesterin, LDL-Cholesterin, HDL-Cholesterin und Triglyzeride und Lipoprotein (a) als unabhängiger Risikofaktor für kardiovaskuläre Ereignisse. Derzeit wird eine einmalige Messung des Lp(a)-Wertes insbesondere für Personen mit frühzeitiger atherosklerotischer kardiovaskulärer Erkrankung (ASCVD) in der Eigen- oder Familienanamnese, familiärer Hypercholesterinämie (FH) oder ungeklärt hohem kardiovaskulärem Risiko empfohlen. Das kardiovaskuläre Risiko steigt nahezu linear mit der Höhe des Lp(a)-Wertes an, selbst wenn die LDL-Werte gut kontrolliert sind. Eine generelle Einbindung von Lp(a) in die Routine-Diagnostik trägt dazu bei, Hochrisikopatienten früher zu identifizieren und präventive Maßnahmen gezielter einzuleiten.